Weihnachtsreime
Schick den Gruß nun auf die Reise
Weihnachtsglocken klingen leise
schick den Gruß nun auf die Reise,
übers schneebedeckte Feld.
Dieses Grüßlein voll Gedanken
schwebt ganz sacht in deine Welt.
Kannst du's fühlen, was ich wünsche
nur allein für dich -
Wirst es ahnen, wirst es wissen ...
ganz im Innern sicherlich.
Fröhliche Weihnachten!
Knecht Ruprecht
Draußen weht es bitterkalt,
wer kommt da durch den Winterwald?
Stippstapp, stippstapp und huckepack -
Knecht Ruprecht ist's mit seinem Sack.
Was ist denn in dem Sacke drin?
Äpfel, Mandeln und Rosin'
und schöne Zuckerrosen,
auch Pfeffernüss' fürs gute Kind;
die andern, die nicht artig sind,
klopft er auf die Hosen.
Der schönste Baum
Sag' an, wie heißt der schönste Baum
Auf diesem Erdenrund,
Seit einst im Paradiesesraum
Der Baum des Lebens stund?
Die Palme grüßt im Morgenland
Des Pilgers Aug' entzückt,
Wenn ragend er im Wüstensand
Ihr hohes Haupt erblickt.
Schön ruht sich's an der Eiche Fuß,
Wenn durch den grünen Wald
Der Jägerschar des Waldhorns Gruß
Zum muntern Mahle schallt.
Die Linde glüht im Abendglanz,
Umweht von Blütenduft,
Wenn durch das Dorf zum Erntetanz
Des Spielmanns Fiedel ruft.
Doch schöner glänzt im Kerzenschein
Der Tannenbaum, fürwahr!
Wenn nur der Vater ruft "Herein!"
Der frohen Kinderschar.
Wenn dann ins lichte Heiligtum,
Geblendet und entzückt,
Vor Freude bang, vor Staunen stumm,
Das Kindervolk sich drückt;
Wenn wonnevoll der Eltern Blick
Sich auf die Kleinen senkt
Und an der eignen Kindheit Glück
Mit süßer Wehmut denkt:
Da blüht in finstrer Winternacht,
Umstarrt von Schnee und Eis,
Ein Frühling auf in bunter Pracht
Am dunklen Tannenreis.
Da bringt der schlichte Tannenbaum
Des Paradieses Glück,
Der ersten Unschuld Kindheitstraum
Der armen Welt zurück.
Und draußen blickt der Sterne Schar
Mir wunderholdem Schein
Wie Engelsaugen mild und klar
Vom Himmel hoch herein.
Und aus der Himmel Himmel sieht's
Herab mit Vaterblick,
Und durch die dunkeln Lüfte zieht's
Wie himmlische Musik.
Also hat Gott die Welt geliebt,
Dass er aus freiem Trieb
Und seinen Sohn zum Heiland gibt;
Wie hat uns Gott so lieb!"
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